Das Projekt Energieanbieterinformation

Verbraucherschützer sind sich einig: Mehr als 30 Prozent der Verbraucher verharren bei ihrem lokalen, meist teuren Grundversorger. Ein wesentlicher Grund dafür die Angst vor unseriösen Anbietern. Selbst wenn die Insolvenzgefahr eines Anbieters bereits bekannt ist, werden Neukunden mit Dumpingpreisen gelockt. Damit der Wechsel zu einem günstigeren Anbieter nicht zu einem Risiko wird, brauchen Kunden mehr Transparenz. Informationen über Anbieter und Tarife, deren Risiken, aber auch Vorteile müssen klar benannt werden, um dem Verbraucher eine Entscheidung zu ermöglichen. Solange Angst die Verbraucherentscheidung dominiert und Niedrigstpreise von Mängeln ablenken, haben wirklich gute Angebote am Markt keine Chance. Nur wenn der Verbraucher schnell und verlässlich die Qualität eines Versorgers bzw. Tarifs abschätzen kann, kann sich ein fairer Preiswettbewerb entwickeln und könnten sich die Vorteile des freien Markts für die Endverbraucher auszahlen.

Um diesen Mangel zu beheben, hat der Bund der Energieverbraucher e.V. im Jahr 2013 das Projekt verbraucherorientierte Energieanbieterinformation gestartet. Es wird bis zum Jahr 2016 unterstützt vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz.

Besonders im Fokus des Projekts stehen Tarife, die durch geringe Preise die Aufmerksamkeit der Verbraucher auf sich ziehen. Verbraucher wollen wissen, ob diese Angebote tatsächlich günstig sind und welche auf den ersten Blick kaum erkennbaren Probleme mit einem solchen Angebot möglicherweise verbunden sind. Entsprechende zusätzliche Informationen sind im Internet zwar teilweise verfügbar. Der Aufwand, diese Informationen zu finden und zu bewerten übersteigt die Möglichkeiten von Verbrauchern, ganz zu schweigen von der Beschaffung zusätzlicher Informationen.

Das Ziel des Projekts besteht darin, den Verbrauchern Informationen über Energieanbieter und Tarife zur Verfügung zu stellen. Das Risiko und der Aufwand eines Anbieter- und Verbraucherwechsel  soll durch die vom Projekt zur Verfügung gestellten Informationen deutlich reduziert werden.

Der Informationsmangel der Verbraucher führt bisher zu einer Unterlegenheit der Verbraucher gegenüber den Anbietern.

Das strategische Ziel des Projekts besteht darin, dieses Informationsdefizit der Verbraucher zu vermindern und dadurch die Position der Verbraucher gegenüber den Anbietern zu verbessern.

Die Information muss hohen Standards der Objektivität und Nachprüfbarkeit genügen, um möglichen rechtlichen Auseinandersetzung standhalten zu können.

Eine Erfassung aller Anbieter und Tarife kann das Projekt nicht leisten. Jedoch sollen im Projektverlauf Informationen über möglichst viele der überregionalen Anbieter und ihrer Tarife erfasst werden. 

Im Unterschied zu Tarifrechnern im Internet ist ein Anbieterwechsel über die Internetplattform des Projekts nicht vorgesehen. Dafür bietet die Ergebnisplattform wesentlich umfangreichere Informationen über ausgewählte Anbieter.

Die Informationen auf der Seite energieanbieterinformation.de werden mit größter Sorgfalt erhoben und überprüft und auch laufend aktualisiert. Sollten dennoch Fehler entdeckt werden, bitten wir um Feedback.

Bevor die Informationen im Internet allgemein zugänglich gemacht werden, wird der Anbieter kontaktiert und hat zwei Wochen Zeit, die Informationen zu überprüfen und uns auf Fehler oder Unstimmigkeiten aufmerksam zu machen.

Vortrag von Dr. Aribert Peters über das Projekt am 22. November 2014 in Wuppertal

Vortrag von Frau Rechtsanwältin Leonora Holling am 22. November 2014 über die AGB-Analyse von Energieanbietern

Segment-ID: 1635

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